Die heutige Ljungmann AS wurde 1861 von Christian H. G. Olsen gegründet – „Instrumentenmacher und freier Künstler“. Telegrafenapparate, Himmelsfernrohre und eine ganze Reihe von Messinstrumenten sind einige Beispiele von Ideen und Produkten, die dieser norwegische Erfinder präsentiert hat. Zehn internationale Goldmedaillen – die erste davon auf der Weltausstellung 1878 in Paris, zeugen eindrucksvoll von der Genialität des C. H. G. Olsen.

Hocheffiziente Doppelzelle für die Präzisionsfertigung.
Das Logbuch des norwegischen Polarforschungsschiffes Fram sucht weltweit seinesgleichen. 1893 startete Fridjof Nansen seine Expedition in die Arktis, und 1911 brach Roald Amundsen in die Antarktis auf. Kein anderes Holzschiff der Welt war so weit nördlich bzw. südlich auf der We.

Die Fram wurde für wissenschaftliche Expeditionen gebaut und ausgerüstet. Sie war für damalige Verhältnisse hypermodern ausgerüstet, und mit mehreren Produkten des Instrumentenmachers Olsen ausgestattet. Unter anderem mit Universaltheodoliten, die zusammen mit Chronometern von größter Bedeutung für die Positionsbestimmung und damit für den Erfolg der Expedition waren.
Vor über hundert Jahren übernahm einer von Olsens leitenden Mitarbeitern, C. A. Ljungmann, das Unternehmen. Seit 1994 sitzt bereits die vierte Ljungmann-Generation am Ruder – Karl-Erik, hoch geschulter Diplomingenieur, hat das verpflichtende Erbe seiner erfolgreichen Vorfahren angetreten.

Ein typisches Ljungmann-Bauteil.
Seit den 50er Jahren hat der Betrieb seine Tätigkeit von der Entwicklung und Produktion von Instrumenten hin zur Lohnfertigung von komplizierten Bauteilen mit strengen Toleranzen und in kleinen Serien entwickelt. Die Auftraggeber sind vor allem in der Elektronik-Branche und der Meeresforschung tätig. Die Serien umfassen zwischen 5 und 1000 Stück, umfassen aber in der Regel um die 100 Stück. Aluminium ist der gewöhnlichste Werkstoff, aber auch Stahl, Messing und Kunststoffe kommen regelmäßig vor.

Karl-Erik Ljungmann: „System 3R geht auf die Erfahrungen der Kunden ein, nicht zuletzt bei der Konfiguration von WorkShopManager.“
„Vor einem Jahr begann ich, mir über die automatisierte Produktion Gedanken zu machen“, sagt Karl-Erik Ljungmann. „Erstens mussten wir mehr Spindelstunden aus den Maschinen herausholen, und zweitens wollte ich mir etwas mehr Freizeit gönnen. Wenn ich abends kurz in die Werkstatt komme, werden aus Minuten leicht Stunden oder halbe Nächte.“
Ein dritter Grund für die Automationsgedanken war die Befürchtung, keine kompetenten Mitarbeiter mehr zu finden, denn die Anstellung erfahrener Bediener wird in der skandinavischen Metall verarbeitenden Industrie immer schwieriger.
Als erster Schritt kombinierte das Unternehmen eine neue 5-achsige Felhmann P60 mit einem Palettenwechsler von System 3R. Dabei handelte es sich um einen WorkPal mit 16 Positionen für MacroMagnum-Paletten mit Vorrichtungen aus eigener Herstellung. In diesen Vorrichtungen waren die Werkstücke eingespannt, deren Bearbeitung 15-20 Minuten in Anspruch nahmen. Ein voll beladenes Magazin ermöglichte demnach nach Feierabend weitere 4 bis 5 Spindelstunden. Das hat nicht nur die Produktivität des Unternehmens erhöht, sondern auch Mehrgeschmack gegeben.
Als nächstes investierte man in eine Fehlmann P90, die neben einer P60 installiert und mit dem WorkMaster von System 3R ergänzt wurde, der jetzt die beiden Maschinen dieser automatischen Doppelzelle beschickt. Auch hier dient als Palettiersystem MacroMagnum, vor allem mit den eigenen Ljungmann-Vorrichtungen, aber auch mit dem ein oder anderen Schraubstock.
„System 3R bietet hervorragenden Support für sowohl Hardware wie Software an“, lobt Ljungmann. „Eine Woche nach ihrer Installation war die Zelle bereits in vollem Gange. Die Software WorkShopManager hat eine Fülle von nützlichen Funktionen. Sollte beispielsweise eine Maschine ausfallen, wird diese automatisch aus dem Prozess ausgeschlossen, und die Zelle arbeitet mit der anderen Maschine weiter. Das ist Spitzenklasse.“

Die Firmengeschichte ist bei Ljungmann stets präsent – hier in Form eines Instruments von den Expeditionen des Forschungsschiffs Fram.
Andreas Claesson, Produktchef für die Software-Lösungen von System 3R, ist zufrieden mit Ljungmann: „Karl-Erik hat genau so gehandelt, wie wir uns das von allen Kunden wünschen würden. Er hat sich lange vor der Installation die Zeit für einen Dialog mit uns genommen, sodass wir die Software der Arbeitsweise des anpassen konnten. Dabei handelte es sich nicht um eine neu entwickelte Software, sondern vielmehr um die Konfiguration eines Produkts, die dem Bedarf des Kunden angepasst ist. WorkShopManager ist im Grunde genommen immer dasselbe Software, aber wir können die Funktionen ganz nach Wunsch des Kunden aktivieren oder deaktivieren.“
„Die norwegische Industrie unterliegt ganz allgemein der Wahnvorstellung, dass nur große Serien für die automatisierte Produktion in Frage kommen“, erklärt Ljungmann. „Das ist aber ganz und gar nicht richtig. Mit Paletten kann man auch die Einzelstückfertigung effizient automatisieren. Und wer im heutigen Wettbewerb überleben möchte, muss ganz einfach automatisieren. Man braucht sich nur in der Branche umzusehen. Vor zehn Jahren hatten wir noch 15 Kollegen und Mitwettbewerber in der Region, heute sind es gerade noch drei.

Werktags wie am Wochenende läuft die Produktion bei Ljungmann auf Hochtouren.
Die Zählwerke der Maschinen liefern den Beleg: sie leisten dreimal mehr Spindelstunden, als in einer norwegischen Werkstatt im Schnitt üblich ist. Selbstverständlich wirkt sich das auf die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit aus. Außerdem kann ich jetzt am Wochenende in meine Berghütte fahren, während die Maschinen hier produzieren. Sollte eine Störung eintreffen, werde ich per SMS benachrichtigt und kann die geeigneten Maßnahmen ergreifen.“
Drucker freundliche Version
Entwürfe/zeichnungen:
WorkMaster & Fehlmann P60 + Fehlmann P90
Angewandte links:
WorkMaster
WorkPal
WorkShopManager
MacroMagnum